Freitag, 24. Juli 2020

RFT L3401/L3402, 12" (30cm) Breitbänder




Die RFT L3401/3402 sehen eher wie "graue Mäuse" aus, als wie Anwärter auf einen guten Breitbänder 😉.

Man findet, aktiv im Einsatz, relativ wenig im Netz, über die alten Breitbänder von RFT. Gut, der L3401 hat 6 Ohm (der L3402, 8 Ohm), Schalldruck soll mit ca. 100dB relativ hoch sein, einen Frequenzgang von 45 bis 12000Hz haben und scheinbar in den 70igern und 80igern überwiegend in Musiker-/PA-Boxen, wie z.B. Vermona Regent, verbaut worden zu sein.

Bei 12,5VA (der L3402, 15VA) Belastbarkeit und "PA-Betrieb" könnte man allerdings ins Grübeln kommen 😉.

Mir jedoch reicht das dicke, für meine max. 2,5W Röhrenverstärker 😉.


"VA" bezeichnet die Scheinleistung, "W" die Wirkleistung. Scheinleistung tritt dann auf, wenn ich mich noch richtig erinnere, wenn induktive oder kapazitive Verbraucher (induktiv, wie es ein Lautsprecher mit seiner Spule ist) eine Phasenverschiebung zwischen Spannung (V) und Strom (A) hervorrufen. Wirkleistung entsteht bei einem rein ohmschen Verbraucher, wie z.B. einem Widerstand, wo aber Spannung und Strom sich "in Phase" befinden.


Wer sich unter 100dB jetzt nichts vorstellen kann, sollte sich spaßhalber mal "herkömmliche" HiFi-2 und 3-Wege-Boxen anschauen, die haben oft nicht viel mehr als 85-88dB. Das ist jetzt nicht pauschal schlecht, weil man ja den fehlenden Schalldruck durch mehr Leistung des Verstärkers ausgleichen kann, aber das ist ja genau mein "Problem". Ich hab nur max. 1-2,5 Röhren-Watt.

Schauen wir uns doch mal folgende Tabelle an.

Quelle: http://www.sengpielaudio.com/Rechner-wirkungsgrad.htm

Der Wirkungsgrad eines Lautsprechers errechnet sich aus der zugeführten elektrischen Energie, zu abgegebener Schallenergie (http://www.sengpielaudio.com/Rechner-wirkungsgrad.htm).

Der ganze Konstrukt (Lautsprecher) scheint extrem ineffektiv zu sein.

Sollte man alleine deshalb nicht schon versuchen, jeden Lautsprecher so effektiv wie möglich zu machen ?

Warum macht das die HiFi-Industrie (mit Ausnahmen) heut nicht mehr  ?

Früher, zu Zeiten des Röhrenverstärkers und geringer Verstärkerleistungen, war das Gang und Gäbe.

Früher wurden die Lautsprecher auch noch von Hand zusammengebaut. Maschinen scheinen das heutzutage nicht mehr so präzise hinzubekommen (z.B. minimaler Luftspalt, indem sich die Spule bewegt), aber vielleicht haben sich auch die Materialien verändert ?

Leistung ist aber nicht alles ! Wie sieht es denn mit dem "Klang" aus ? Ein Thema, das bis heute die Lager spaltet, aber um "Spaltung" soll es hier nicht gehen 😉.

Alleine zwischen einem 85dB Lautsprecher und einem mit 99dB ist der Wirkungsgrad-"Unterschied" (s. obige Tabelle) 25fach.

                                                               5%:0,2%=25



Der Schalldruckunterschied, zwischen 85 und 99dB sind 14dB. Wenn man jetzt bedenkt, das jede 3dB die doppelte Verstärkerleistung benötigt, dann sind 14dB (3dB+3dB+3dB+3dB+2dB) eben 2x2x2x2x1,58=25,12 mal mehr Leistung, die bei einem 85dB Lautsprecher benötigt werden, um ebenfalls die 99 dB zu erreichen (wenn der Lautsprecher bzw. die Spule es überhaupt elektrisch verkraftet).

Über Schalldruck, etc. kann man hier mehr lesen http://www.sengpielaudio.com/Rechner-Lautheit.htm.

Im heimischen Wohnzimmer wird man meistens, um auch nicht die Nachbarn zu verärgern (Stichpunkt "Zimmerlautstärke" beim Mietrecht), vielleicht nur mit ca. 80dB Musik hören.

Der Nennschalldruck eines Lautsprechers wird "normalerweise" immer bei 1W/1m angegeben (einzige Ausnahme die ich kenne, scheint der Philips AD12202/M8 zu sein, der scheinbar bei 0,5W gemessen wurde).

Wenn wir jetzt mal rückwärts rechnen, von 100 möglichen dB, des L3401/3402, auf 80dB Zimmerlautstärke, dann sind das 20dB. Wenn jede 3dB Verringerung, nur noch die 1/2 der benötigten Verstärkerleistung bedeutet, dann sind 20dB (3dB+3dB+3dB+3dB+3dB+3dB+2dB) oder 2x2x2x2x2x2x1,26=100x weniger Leistung, d.b. wenn ich mit 1W 100dB (in 1m Abstand) erzeugen kann, dann brauche ich um 80dB zu erzeugen nur 1/100, also 0,01W Verstärkerleistung.

Am Hörplatz sieht das natürlich wieder etwas anders aus, weil der Schalldruck scheinbar mit zunehmendem Abstand vom Lautsprecher mit 6dB/pro Abstandsverdopplung abnimmt (http://www.sengpielaudio.com/Rechner-entfernung.htm), d.b. in 3m Abstand vom Lautsprecher bleiben von den 20dB Vorteil vielleicht noch ca. 10dB übrig (so eregeht es aber auch dem 85dB Lautsprecher). 10dB sind dann aber immer noch 1/10 weniger Verstärkerleistung, also 0,1W.

Wer braucht also eigentlich die zig (Transistor) Watt ?

Halt die, die nur wirkungsgradschwache Lautsprechern haben 😉.

Sagen wir mal ich würde mit 1W hören, also mit dem L3401/3402 bereits 100dB Schalldruck erzeugen (in 1m Abstand) und 12,5VA würde der Lautsprecher "elektrisch" verkraften, dann könnte ich nochmal ca. 12x mehr (elektrische) Leistung in den Lautsprecher reinstecken.

Ich weiß nicht genau, ob man die W und die VA so einfach gleichsetzen kann, weil ja das eine eine Wirkleistung am rein ohmschen Widerstand darstellt und VA eigentlich eine Wirkleistung mit Blindleistungsanteilen ist (Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom, hervorgerufen durch die Spule des Lautsprechers) ?

Ich mach es jetzt der Einfachheit halber mal !

Eine Leistungsverdopplung wäre ja 3dB mehr Schalldruck, also das Doppelte von 1W=2W, das Doppelte von 2W=4W, das Doppelte von 4W=8W und auf 12W ist es dann nochmal 1,5x so viel oder in dB gerechnet 3dB+3dB+3dB+2dB, d.b. ich könnte 100dB + zusätzliche 11dB = 111dB an Schalldruck mit diesem Lautsprecher erreichen. Das dürfte dann schon böse laut sein 😉?

Aber es geht, wie schon weiter oben gesagt, nicht nur um "laut", auch um Dynamik und Klang.

Schauen sie mal hier " https://www.hifi-im-hinterhof.de/blog/loudness-war-warum-alte-cds-manchmal-besser-klingen/"

Auch hab ich, wie schon gesagt, das "Problem", eben nicht Verstärkerleistung ohne Ende zu haben, sondern max. nur ca. 2,5 Röhren-Watt. Ein schalldruckstarker Lautsprecher ist bei so geringen Leistungen also fast schon Pflicht.

Es ist aber auch noch ein Unterschied ob ich das heimische Wohnzimmer beschallen will, ob Musiker im Proberaum mal etwas lauter proben oder ein OpenAir für 10.000 Leute veranstalten wollen.

Der L3401/02 hält, wie gesagt, gerade mal 12,5VA aus. Bei heutigen PA-Lautsprechern dürften Nennlasten um die 250-500W wahrscheinlich kein Thema sein (hab davon aber nicht wirklich Ahnung) ?

Heutige PA-Lautsprecher haben zwar auch hohe Nennschalldrücke, sind aber ganz anders konstruiert. Sie haben steifere und schwerere Membranen, schwerere "Voicecoil" (Spule im Luftspalt des Magneten), um die hohen "elektrischen" Leistungen überhaupt auszuhalten.

Ich würde vermuten, das so geringe Verstärkerleistungen, wie ich sie zur Verfügung habe (1-2,5W) in solchen Lautsprechern einfach "verpuffen" würden, keine vernünftige "Lautstärken" zulassen werden (den Klang noch nicht einmal betrachtet) ? Ein Versuch würde aber noch ausstehen.

Weitere Daten, zu den RFT's, wie z.B. die "Thiele-Small-Parameter", sucht man eher vergebens, wenn sich nicht jemand schon mal die Mühe gemacht hat diese nachzumessen. Hab z.B. beim Qts (Freiluftgüte) was von 0,7-0,8 gelesen. Dieser Wert soll ja u.a. ein Anhaltspunkt sein, ob der Breitbänder für offene Schallwände geeignet ist, dort also auch noch so etwas wie Bass produzieren würde.

Schalldruckverlauf bei verschiedenen Güten in Abhängigkeit von der Resonanzfrequenz fs. Auf der x-Achse bedeuten dabei: x = 1 entspricht fs, x = 2 entspricht 2 x fs, x = 0,5 entspricht ½ x f.

Der Tiefton-Frequenzgang eines Chassis in Offener Schallwand wird dann im wesentlichen vom Dipolabfall der Schallwand und der Güte des Chassis bestimmt. Es ist offensichtlich, dass ein hohes Qts tendenziell mehr Bass zulässt. Bei Qts > 1 kann die Schallwand sogar bewusst so klein gehalten werden, dass sie den "Resonanzbuckel" gerade ausgleicht. Andererseits kann aber auch die größte Schallwand den linearen Bereich nur wenig unter fs erweitern. Immerhin: Die geschickte Kombination von passendem Qts, geeigneter Schallwand und Ausnutzung von Wandreflektionen ermöglicht einen linearen Betrieb bis an fs ohne jede elektrische Kompensation.

Quelle: http://www.dipolplus.de/thema7.html


Bilder und ein paar "grobe" technische Daten zu RFT Lautsprecher-Chassis findet man z.B. unter "https://www.rft-hifigeraete.de/85385.html" oder RFT Boxen z.B. hier "http://ifatwww.et.uni-magdeburg.de/~madaus/boxentext/".

Zu Vermona Regent PA-Geräten z.B. hier "https://www.rft-hifigeraete.de/10320.html".

Geschichtliches zu RFT (Rundfunk- und Fernmeldetechnik), u.a. hier "https://dewiki.de/Lexikon/Rundfunk-_und_Fernmelde-Technik"

Lt. hier "https://www.analogemusikwiedergabe.de/index.php/Thread/1457-RFT-Lautsprecherboxen-ab1989/" soll das Thema Lautsprecher auch noch nach 1989 (Mauerfall) weitergegangen sein.

Es gibt auch ein RFT-HiFi-Forum, "http://forum.rft-radio.de/hmportal.php".


Ich hab aber auch schon gelesen, das es mit den Messwerten früher nicht so "genau" genommen wurde, u.a. vielleicht auch, weil gerade die L3401/02 eben im PA-Bereich eingesetzt wurden, wo "Breitband" eine ganz andere Bedeutung hat als beim HiFi.

Es gibt aber auch HiFi-Lautsprecher von RFT, die, was ich bisher gesehen habe, aber alle Gummisicken<0 br=""> haben und keine aus Papier.

 
<0 br="">Ausschlaggebend, weshalb ich den RFT L3401/3402 dennoch einmal ausprobieren wollte, war folgende Seite hier (nicht wundern, die chinesischen Schriftzeichen werden seltsam dargestellt 😉):

"https://tao0.date/2013/08/%E5%BE%B7%E5%9B%BDrft-l3401%E8%80%81%E5%85%A8%E9%A2%91%E5%96%87%E5%8F%AD/".



Da muss erst jemand aus dem Reich der Mitte kommen, um ein paar mehr Infos über (ost?) deutsche Lautsprecher zu bekommen 😉.

Was die einzelnen Bezeichnungen im Diagramm (mit "HK1", mit "HK2" und "ohne HK3") bedeuten, kann ich jetzt nur vermuten. HK könnte HochtonKonus bedeuten, also "HK1" evtl. der L3401 mit Schwirrkonus, "HK2" der L3402 mit Schwirrkonus und "ohne HK3" der L340x ohne Schwirrkonus ?

Der Impedanzverlauf sieht relativ gut(mütig) aus, was gut für Röhrenverstärker kleiner Leistung und niedriger Dämpfungswertei ist und auch die Frequenzgänge lassen nichts "Schlechtes" vermuten.

Das Ganze sieht etwas "mittenlastig" aus, was aber nicht generell schlecht sein muss. Paul Klipsch (Klipsch Lautsprecher) soll sogar der Meinung gewesen sein, das sich die Musik eh in den "Mitten" abspielt. Hab aber auch schon gelesen, das es dem L3401/2 oben und unten etwas fehlen soll, aber wenn er bei 50Hz immer noch seine ca. 90-95dB hat, ist das schon mal mehr als ok für mich und wenn er ab ca. 17000Hz langsam "ausläuft", bin ich auch nicht böse, da mir oft die Höhen zu "aggressiv" sind, besonders bei älteren Aufnahmen.

Bei dem Thema Breitbänder und "Klassik geeignet" bin ich gerade am Herausfinden. Mit dem Philips AD12202/M8, den ich momentan verwende, finde ich jedenfalls, das man Klassik jetzt nicht unbedingt damit anhören muss 😉. Entweder hab ich "noch" ein grundlegendes Problem mit klassischer Musik oder ein Schwirrkonus ist nicht die geeignete Art, die "unteren" und "oberen" Höhen (was dieser halt so abstrahlt) "sauber" wieder zu geben und/oder auch die 12" Membrangröße ist hier vielleicht eher hinderlich als nützlich ? Wenn da mehrere Leute singen und gleichzeitig viele Instrumente "durcheinander" spielen, kann "ich" nicht so richtig differenzieren.

Man liest, das auch eher 8" (20cm) Breitbänder der "besserer" Kompromiss zwischen Membrangröße und Hochtonabstrahlung sein sollen und es gibt hier sogar welche ohne Schwirrkonus, z.B. der L.Cao F8, der Hiwell 08HF und der Visaton B200, was vielleicht in den oberen Lagen das bessere Konzept sein könnte ? Aber alles nur Vermutungen.

Es scheint einfacher zu sein, einen Breitbänder mit Schwirrkonus zu bauen, als einen ohne, der auch noch die höchsten Höhen "sauber" wiedergeben kann ?

Sieht man ganz gut am Visaton B200. Der tut sich oben herum scheinbar etwas schwerer.

Quelle: https://www.visaton.de/en/products/drivers/fullrange-systems/b-200-6-ohm

Der Hiwell 08HF, scheint das besser zu machen, zumindest auf dem Papier 😉.


 Quelle: http://www.spectrumaudio.de/breit/hiwell/hiwell08HF.html


Wenn da nicht auch noch die "geringen" Schalldrücke wären. Gering, wenn man eben nur Röhrenverstärker kleiner Leistung (1-2,5W) verwendet.

Weiterhin finde ich die Schalldruckangabe vom B200, von 97dB, etwas irreführend, da er diesen erst ab ca. 1500Hz hat und dann nur bis ca. 10000Hz aufrecht erhalten kann (auf er unendlichen Schallwand?). Da sind mit die Angaben des Hiwell, mit 93,5dB, die er aber schon ca. 80Hz haben soll und bis 20000Hz aufrecht erhält, schon "ehrlicher".

Andererseits sieht mir der Frequenzgang beim Hiwell schon sehr "geglättet" aus. Das kann man bei Messprogrammen machen, nennt sich Oktavband-Glättung, die bei 1/3 schon so einiges an Falten aus dem Frequenzgang "rausbügeln" 😉.

Die ca. 3dB mehr, die der B200 vorgibt zu haben, bedeuten zwar eine Verdopplung der Schallintensität bzw. eine 1,23-fache Lautstärke/Lautheit, bezogen auf 1W/1m.
Anders gesagt, würde der B200 nur die halbe Verstärkerleistung wie der Hiwell benötigen, aber das würde eben nur zwischen 1500 und 10000Hz zutreffen und nicht im ganzen Bereich.

Man muss schon genau hinschauen 😉.

Wer mehr über Schalldruck, Schallleistung, Lautheit, Lautstärke, etc. erfahren möchte, kann u.a. hier etwas "http://www.sengpielaudio.com/Rechner-Lautheit.htm" nachlesen.



24.07.2020

Aber wieder zurück zum eigentlichen Thema. Die RFT L3402 sind angekommen !

Gleich mal in die noch vorhandenen Gehäuse eingebaut, wo auch schon der Monacor SP-205/8 und der Philips AD12202/M8 Platz nehmen durften (Abmessungen 40x40x30cm (LxBxT)) und .......


............. den Frequenzgang gemessen (Lautsprecher "hart" von vorne montiert), der gar nicht mal schlecht aussieht, sogar verdammt gut. Nach oben geht der bis gut 18000-19000Hz. Von wegen 12000Hz 😉.
                         
1/3 Oktavband-Glättung !


Im Vergleich, damals mit dem Philips AD12202/M8 im gleichen Gehäuse, der fällt deutlich ab 15000Hz ab, aber selbst das fiel nicht sonderlich störend ins Gewicht.

Achtung ! 1/6 Oktavband-Glättung, deshalb der etwas "wildere" Verlauf.


Hier der AD12202/M8 nochmal im "KG-Rohr" (diesmal 1/3 Oktavband-Glättung).



Die Frequenzgänge sind generell alles andere als "aalglatt", aber ich hab auch schon gelesen, dass es gar kein "so" schlechtes Zeichen sein soll, sogar ein Hinweis darauf ist, das sich ein Lautsprecher, "frei" bewegen kann, seine Bewegung nicht zu stark "bedämpft" werden, sei es durch seine Konstruktion (Membranmaterial, Sicke, Spinne, etc.), durch das Gehäuse oder sonstige Bauteile, die die Impedanz oder den Schalldruckverlauf "linearisieren" sollen. Was nützt es mir, wenn die "Messwerte" passen, aber der Lautsprecher kein "lebendiges" Klangbild mehr produziert, Stichwort "Dynamik" und "Räumlichkeit". Auch sollen "Senken" im Frequenzgang gar nicht so störend fürs Gehör sein, "Spitzen" hingegen schon ("https://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?t=8780".


25.07.2020

Hab gerade nochmal etwas reingehört. Der Wahnsinn ! Auf der einen Seite feinzeichnender als der Philips AD12202/M8, auf der anderen finde ich den Bass irgendwie "bruchloser" und "strammer", wenn da z.B. einer seine Bassgitarre bearbeitet oder in die Basedrum tritt.

Gefällt !


26.07.2020

So, hab es jetzt nochmal mit klassischer Musik probiert. Vivaldi geht, auch was mit Cello oder Klavier, aber so etwas wie Karl Orff, wo viele Instrumente und Stimmen zusammen kommen (mal davon abgesehen, das ich kein Wort verstehe, von dem was da gesungen wird 😉), hört sich alles wie ein einziger Brei aus Tönen und Stimmen an.

Liegt's jetzt am Lautsprecher oder an mir ?

Ich werde aber genau die Musik auch nochmal bei meinem Bekannten gegenhören, mit seinen Saba Greencones. Alles andere, von Funk, Jazz, Rock, Pop, etc., Instrumental (nicht gerade Klassik) geht ganz hervorragend damit, finde ich.

Hier hab ich den L3402 mal von hinten montiert, mit dem Filzring gegen die Frontplatte ..........

(1/3 Oktavband-Glättung)


............. und nochmal im Vergleich mit der frontseitigen "harten" Montage

(1/3 Oktavband-Glättung)


30.07.2020

Ich hab mal ein bisschen mit der Positionierung der Lautsprecher gespielt, in wie weit sich das auf den Frequenzgang/Schalldruckverlauf auswirkt. Mal 10, mal 20cm nach hinten, mal mehr zusammen, mal weiter auseinander, aber wenn sich an der einen Stelle was zu verbessern scheint, handle ich mir an anderer Stelle wieder was ein. Hier gilt es einen Kompromiss zu finden.


31.07.2020

Gestern mal wieder etwas länger Musik gehört - ich bin immer noch sehr begeistert von den Lautsprechern und bin nun auf der Suche nach einem weiteren, "günstigen" Päärchen, egal ob L3401 oder L3402. Die Philips AD12202/M8 werden dann wahrscheinlich wieder wegkommen.

Das Bessere ist der Feind des Guten 😉 !

Jetzt brauch ich nur noch eine adäquate Behausung.



03.08.2020

Am Wochenende hat sich die Möglichkeit geboten ein Paar "Nypon" Blumentöpfe von der Ikea zu holen.

Die Idee, diese als offenes Gehäuse bzw. Schallwand zu nutzen, hab ich mir im Internet abgeguckt (Quelle: http://www.audiotreff.de/foren/thread.php?f=audiotreff_fullrange&idx=29433&page=2&&_sm_au_=iVVsD0ZNDPt0JnFMt2tQvK032Hv7C).


Der Boden war ratzfatz mit der Oberfräse (auf langsamer Geschwindigkeit und in 3 Schritten) draußen und die Lautsprecher über außenliegende Gewindestangen montiert. Industriedesign nennt man das heutzutage, glaube ich 😉.


Da der Lautsprecher von Vorne eingesetzt werden musste, ist er im Moment eigentlich "hart" an das 8mm starke Kunststoffrohr angekoppelt, was vielleicht zu "unerschwünschten" Resonanzen führen könnte. Deshalb hab ich noch selbstklebendes, 6mm starkes und 10mm breites Filzband bestellt. Ob dann die Rohrwand von Innen auch noch bedämpft werden muss oder der aus 50% recyceltem und extrudiertem Kunststoff bestehende "Blumentopf", schon selbst dämpfend genug wirkt, werde ich in (Mess-)Versuchen, aber erstmal mit Molton- oder Teppichresten, herauszufinden bevor ich mir da was Spezielles, wie Nopenschaumstoff, Dämmflies oder Antidröhnmatte kaufe.


05.08.2020

Gestern ist ein weiteres Päärchen, diesmal L3401, wohlbehalten bei mir angekommen. Die haben zwar 6 Ohm Impedanz (der L3402 8 Ohm), aber in weißer Voraussicht hatte ich für mein letztes Röhrenverstärker-Projekt gleich 6 Ohm-Übertrager verbaut, so gibt es keine großen Fehlanpassungen, egal ob ich 4, 5, 6 oder 8 Ohm Lautsprecher daran anschließe.


Schauen sie mal auf den Aufkleber ........


....... "DDR - Kombinat Stern-Radio Berlin" 😉. Es war damals nicht alles schlecht !



07.08.2020

Ich hab jetzt nochmal die verschiedenen Lautsprecher in den unterschiedlichen Gehäusen gemessen,

vom Philips AD12202/M8 im KG315 Rohr.................




.............der RFT L3401 im 40x40x30cm MDF-Gehäuse (die Höhen fallen beim L3401 schon früher ab, als beim L3402)................




...............und der RFT L3402 im "Nypon" Blumentopf von Ikea (auch hier fallen die Höhen seltsamerweise schon früher als bei einer der 1. Messungen ab),...................



...............wobei das Messmikro auf Hörposition, senkrecht stand.

Und was sagt uns das jetzt ?

Schalldruckmäßig sind die RFT's, im Mittel, vielleicht noch etwas besser als der Philips.

Am ausgewogensten sieht mir der Frequenzgang des L3401 im 40x40x30cm MDF-Gehäuse aus, auch wenn dieser nicht ganz so lange oben bleibt, wie der L3402. Wahrscheinlich durch eine recht hohe Serienstreuung, u.a. weil nur ein Frequenzgang von 45-12000Hz angegeben wird.

Später hab ich den L3401 und den L3402 nochmal gemessen, aber diesmal das Mikro waagerecht gestellt, in Richtung Lautsprecher, was beiden einen etwas ausgedehnteren Frequenzgang attestiert.

Welche Messungen kommt jetzt dem reellem Hören am Nächsten ?

Ich kann eigentlich so oft messen wie ich will, irgendwie sieht es immer ein bisschen anders aus 😉.
Ich mach mich jetzt nicht verrückt und hör stattdessen einfach mal rein.

Das "Nypon-Gehäuse" hört sich gefühlt "dünner" an, höhenbetonter. Man könnte meinen der Bass käme nicht ganz so "trocken" und "druckvoll". Der L3401 im 40x40x30cm Gehäuse macht es in dieser Hinsicht irgendwie "besser " 

Wenn ich die Frequenzschriebe der anderen Selbstbauer ansehe, werde ich fast immer etwas neidisch.
Jetzt weiß ich vielleicht auch warum ? Kann es sein, das die überwiegend in 1m Abstand vom Lautsprecher und nicht am Hörplatz aufgenommen wurden ? Den versuch muss ich nochmal machen.


08.08.2020

Ich hab mir nochmal die Seite "http://www.dipolplus.de" angesehen und bin dadurch auf die Idee gekommen, das die Schallwandgröße und die Ausrichtung des Lautsprechers auf der Schallwand, zumindest Grund für die Senken im Bassbereich sein könnten ?

Vielleicht probier ich doch nochmal ein "Brett", ca. 1000x400x18mm, mit seitlich abklappbaren Wänden, asymmetrisch, Loch reinfräsen, fertig.


09.08.2020

Also nur mal die rechte Box ("Nypon", L3402) im Nahfeld (1m Abstand) gemessen, auf der gewohnten Standposition (ca. 1m entfernt von Rück- und Seitenwand). So ab den unteren Mitten bis 18000-19000Hz sieht es so schon linearer aus, aber im Bassbereich fehlt es.



Die Box dann auch mal näher an die Rückwand ran, was nicht viel bei den Mitten ändert, aber den Bassbereich verbessert.



Dann wieder beide Boxen auf gewohnter Hörposition (3m Hörabstand, ca. 1m von Rück- und Seitenwand entfernt, Mikrofon am Hörplatz). Es wird zwar generell wieder etwas welliger, aber der Bassbereich hat wieder etwas mehr Schalldruck.



Verhilft der Raum zu einem tieferen Bass, evtl. durch Raummoden ?


10.08.2020

Heute nach der Arbeit, schnellentschlossen den Zuschnitt für die Schallwände, mit seitlichen, asymmetrischen Flügeln, im Baumarkt geholt und zuhause gleich mal die Ausschnitte für die Lautsprecher rausgefräst.



So ungefähr soll es später aussehen.


12.08.2020

Hier mit montiertem L3401 (nicht wie in den Messschrieben angegeben der L3402).



Messung auf Hörposition, ohne Seitenwände ......



...... nur mit angelehnten, asymmetrischen Seitenwänden (20cm links, 30cm rechts, Schallwandbreite 40cm)



Sehen beide jetzt nicht recht unterschiedlich aus, bis auf einen leichten Schalldruckanstieg (1-2dB) bis 100Hz. Anhören tut es sich gewohnt gut, wieder mit schönen, "strammen" Bässen, nur scheint mir der Frequenzverlauf im 40x40x30cm "Würfelgehäuse" irgendwie linearer (oder doch nur anders) ?

Hier nochmal im Vergleich, im Würfelgehäuse



Aber warten wir erst einmal ab, bis die Seitenwände mit Klavierbänder befestigt sind. Waren für den Schnelltest nur seitlich angestellt, wodurch sich große Lücken ergaben, was in gewissen Bereichen des Frequenzganges vielleicht zum akustischen Kurzschluss geführt hat ?


15.08.2020

Hab die Seitenwände jetzt mal mit einer Schraubzwinge an der Frontplatte festgeklemmt, um zu sehen wie es sich mit dem Frequenzgang/Schalldruck verhält,

mit dem L3401



und mit dem L3402



Der Bassbereich geht tiefer, hat aber auch mehr Schalldruck, auch ist die Senke bei ca. 140 Hz nicht mehr so ausgeprägt, wie es in den anderen Gehäusen der Fall ist. So grob bleibt das Ganze auch innerhalb ca. +/-5dB von 40-15000Hz beim L3402, beim L3401 von 40-12000Hz. Manches lässt sich durch Ausrichtung, rein "messtechnisch", verbessern, aber natürlich auch verschlechtern. Klanglich finde ich keine Aufstellung sonderlich besser oder schlechter.

Das Würfelgehäuse schlägt sich im Vergleich dennoch nicht schlecht. Mit einer Tiefe von 40cm, wäre es vielleicht noch eine Alternative 😉 ?

Dann auch nochmal den L3402 von vorne, hart an die Schallwand angekoppelt.


Dachte schon es sähe so besser aus, als ich festgestellt hatte, das ich hier 1/2 Oktavbandglättung eingestellt hatte. Kein Wunder 😉 !


22.08.2020

Momentan warte ich auf die Klavierbänder, um die Seitenflügel befestigen zu können. Zwischenzeitlich wurden alle Kanten mit eine Oberfräse abgerundet und "Rampamuffen" rückseitig eingeschraubt.


23.08.2020

Klavierbänder sind angekommen. Hab zwar versucht diese alle gleichmäßig abzulängen, u.a. wegen den Lochabständen, damit diese evtl. untereinander austauschbar bleiben, hab aber dann doch, sicherheitshalber, jedes Band separat angezeichnet und gebohrt.




Hier die Klavierbänder noch mit einem Streifen Gewebeband abgedichtet.



Dann schnell noch so ein "Brett" zugeschnitten, um es über die Lautsprecher zu plazieren, wie es auch andere Schallwände verwenden, z.B. diese hier


https://www.methe-family.de/schallwand_ob-classic.htm

Das soll nicht nur Optik oder zur Ablage eines Hochtöners gedacht sein, sondern angeblich das Klangbild "zentrieren". Ich werde es zumindest messtechnisch mal bewerten.


Also wenn überhaupt sind es Nuancen die sich im Frequenzgang verändern. Klanglich muss ich nochmal genauer hinhören.


24.08.2020

Hab auch mal den Philips 12202/M8 auf der Schallwand ..........



........... im direkten Vergleich mit dem L3402 getestet (Schallwand blieb exakt an der gleichen Stelle stehen)



Also ihr könnt sagen was ihr wollt, der L3402 scheint seine Sache etwas "besser" zu machen, weil im Bassbereich (bis ca. 110Hz) ca. 5dB lauter, was ihn im Gesamtverlauf ausgeglichener macht.

Bis ca. 600Hz, finde ich, schauen sich die Frequenzgäng sogar, bis auf den Schalldruck, sehr ähnlich. Zufall oder raumabhängig ?

In wie weit sich der stärkere Abfall in den Höhen, beim 12202 ab ca. 10kHz, gegenüber dem 3402 auswirkt, der zwar noch etwas früher, aber langsamer ausläuft, dafür weiter reicht, ist eine andere Sache. Wie gesagt, sind mir zu viel Höhen eh unangenehm.

Den L3401 werde ich auch nochmal in der Schallwand testen. Vielleicht versuche ich auch nochmal ein Päärchen von den L3402 zu bekommen, in der Hoffnung das diese wieder einen erweiterten Hochtonbereich haben.


26.08.2020

Hab auch irgendwo gelesen, das selbst bei Schallwänden darauf zu achten ist, das keine parallelen Wände entstehen, durch die es zu Reflexionen kommen kann. Gut das ich bewegliche "Flügel" habe 😉.



28.08.2020

Hab jetzt nochmal den L3401 gegen den L3402 in der Schallwand, mit schräggestellten Seitenwänden, mit und ohne Brett gemessen,

L3401 ohne Brett

L3401 mit Brett

L3402 ohne Brett

L3402 mit Brett


Ich versuch jetzt nochmal ein Pärchen von den L3402 zu bekommen, alleine wegen dem erweiterten Hochtonbereich, in der Hoffnung das es sich bei meinen nicht nur um eine Serienstreuung handelt.

Anschließend werde ich die Philips und die L3401 wieder veräußern, am besten gleich mit den Gehäusen und Ständern. Ich überlege dann auch noch, wieder den Übertrager mit 8 Ohm Sekundärimpedanz in den Verstärker einzubauen, anstatt dem 6 Ohm, weil u.a., die o.g. Bilder genauer betrachtet, der L3401 ca. 1-3dB mehr Schalldruck bringt als der L3402, was ich der genaueren Anpassung an die Lautsprecherimpedanz zuschreibe.

Man muss ja nichts verschenken, wenn man schon nicht so viel Leistung zur Verfügung hat 😉.


08.09.2020

Hab jetzt nochmal 3 Stück RFT L3402 bekommen, aber keiner zeigt diesen ausgedehnten Frequenzgang, wie das 1. Pärchen. Also doch Serienstreuung ! Schade !

2 Kommentare:

  1. Servus,
    Welcher Verstärker eignet sich für die L3401 am besten? Wenn zwei Boxen mit je einem Lautsprecher angesteuert werden, müssten 50W maximal Leistung reichen. Gibt es hier noch Unterschiede bei den Verstärkern?
    Danke,
    Chris

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  2. The best amplifier for fullrange speaker is pp or se tube amplifier withouth negetive feedback. PP EL84 penthode connection is perfect

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